Quartier e.V.

  

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LINDENER GESCHICHTE

Veranstaltungsreihe von: Quartier e.V., Otto-Brenner-Akademie und dem Kulturzentrum FAUST
in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt/Heinrich-Böll- Stiftung Niedersachsen sowie Bürgerbüro Stadtentwicklung e.V.

1. Montag im Monat um 18 Uhr in der FAUST Warenannahme, Zur Bettfedernfabrik 3, Linden


Veranstaltungen Herbst 2010
    • » Mo 06.09.2010 18:00 „Werner Blumenberg, die Widerstandsorganisation Sozialistische Front und die Folgen“
      • Werner Blumenberg war der Gründer der wohl größten regionalen Widerstandsorganisation im Faschismus. Das Zentrum war Hannover und hier insbesondere das Arbeiterquartier Linden. Werner Blumenberg baute schon vor der Diktatur die sozialdemokratische Widerstandsorganisation Sozialistische Front auf. Ihre Haupttätigkeit war die Herausgabe der „Sozialistischen Blätter“, in denen das Hitler-Regime massiv kritisiert und in dem schon der kommende Krieg vorhergesehen wurde. Zu den weiteren Köpfen gehörte der technische Leiter der Sozialistischen Front Franz Nause aus Limmer, der 1943 nach Verhaftung, Folter und Zuchthaus in Brandenburg-Görden 1943 starb. Wilhelm Bluhm, Abteilungsleiter in Linden-Nord, wurde ebenfalls 1936 verhaftet und kam nach Zuchthausaufenthalt in Hameln ins KZ Sachsenhausen, wo er 1942 zu Tode kam. Nach beiden sind Straßen benannt worden und für beide wurden inzwischen Stolpersteine gelegt. Werner Blumenberg konnte 1936 kurz vor der Verhaftungswelle nach Holland fliehen und wurde dort ein angesehener Wissenschaftler. Nach dem Kriegsende wurde seine Rückkehr nach Deutschland u.a. von einem ehemaligen Gestapospitzel hintertrieben.

        Jonny Peter, Egon Kuhn und Holger Horstmann informieren in Vortrag, Bildern und Lesung.

        Eine Veranstaltung von Quartier e.V., Otto Brenner Akademie und Kulturzentrum FAUST e.V. in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt sowie dem Bürgerbüro Stadtentwicklung
    • » Mo 04.10.2010 18:00 „Die Geschichte der Fußgängerzone in der Limmerstraße“
      • Bis Mitte der 1970er Jahre war die Limmerstraße eine der Hauptverbindungsstraßen vom Westen Hannovers in die Innenstadt. Dann wurden an den Straßenbahnhaltestellen Leinaustraße und Küchengarten kleinere Teile der Straße zur Fußgängerzone und dafür die Fössestraße und der Kötnerholzweg zur Ausfallstraße ausgebaut. Vor ca. zehn Jahren setzte dann eine weitere Diskussion über die Limmerstraße ein, da im Zusammenhang mit Baumaßnahmen an der Stadtbahntrasse insgesamt ein größerer Umbau nötig wurde und auch Verschönerungsmaßnahmen im Rahmen der Sanierung durchgeführt werden sollten. Die weitgehende Lösung einer durchgehenden Fußgängerzone zwischen Küchengartenplatz und Kötnerholzweg wurde von den meisten Lindenern gewollt, von den Geschäftsleuten z.B. aber massiv abgelehnt. Nach nicht enden wollenden Streitigkeiten wurde vom damaligen Oberbürgermeister Schmalstieg eine Bürgerbefragung in Linden-Nord durchgeführt, die auch mehrheitlich für die heutige Lösung ausging. Diese spannende Diskussion wollen wir mit einigen Beteiligten noch einmal Revue passieren lassen.

        Dazu werden wir einen Film von M7 über die Limmerstraße aus dem Jahre 1987 zeigen, so wie diese vor dem Umbau aussah. Moderation: Jonny Peter

        Eine Veranstaltung von Quartier e.V., Otto Brenner Akademie und Kulturzentrum FAUST e.V. in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt sowie dem Bürgerbüro Stadtentwicklung

    • » Mo 01.11.2010 18:00 „Rote Punkt Aktionen in Hannover 1969: ÜSTRA; ÜSTRA, ungeheuer ...“
      • Im Streit um ÜSTRA-Fahrpreiserhöhungen kam es 1969 zu einer der größten Protestbewegungen, die es je in Hannover gegeben hatte. Die Auseinandersetzung wurde auch bundesweit beachtet und befolgt, die erfolgreichste fand aber in Hannover statt. Autofahrer, die andere Personen umsonst mit befördern wollten, klebten einen roten Punkt an ihr Auto und bildeten so einen eigenen öffentlichen Personennahverkehr, der die ÜSTRA in die Knie zwang.
        Der Rote Punkt symbolisierte den erfolgreichen Kampf einer großen Zahl von Bürgern aller Schichten um die Durchsetzung ihrer Forderung für günstige Preise für ÜSTRA-Fahrkarten. Das Ergebnis war, dass der Rat diesen Wünschen entsprach: JedeR konnte für 50 Pfennig auf allen Strecken der ÜSTRA fahren.
        Referent: Prof. Dr. Gerd Weiberg, Berlin

        Moderation und Zeitzeuge: Egon Kuhn


    • » Mo 22.11.2010 18:00 Aktuell: Soziale Stadt oder Schickimickisierung? – Wem gehört die Stadt?
      • Nicht nur in Linden wird das Thema „soziale Aufwertung“ oder „Schickimickisierung“ (in der Fachöffentlichkeit: „Gentrification“) diskutiert. Wir wollen in einigen Veranstaltungen das Thema soziale Veränderungen im Stadtteil unter dem Aspekt der Aufwertung betrachten und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. So wollen wir auch Gäste aus anderen Städten einladen und uns von ihnen berichten lassen, was dort passiert und wie dort mit dem Thema umgegangen wird. Aber wir wollen uns auch Veränderungen der Sozialstruktur in Linden und den positiven oder negativen Auswirkungen widmen. Gibt es diese Tendenzen überhaupt so ausgeprägt? Wie sind diese festzustellen? Zu wessen Lasten gehen die Veränderungen? In welche Richtung entwickelt sich unser Stadtteil? Wollen wir das?
        Also viele Fragen, auf die wir Antworten suchen.

        Eingeladen als Referenten sind zwei Lindener Fachleute:
        • RainerGrube, Stellv.Bezirksbürgermeister und
        • Botho Wartze, ehem. Sozialarbeiter des Sozialcenters Linden-Nord
        Moderation: Jonny Peter, Quartier e.V.

    • » Mo 06.12.2010 18:00 „Der Lindener Butjer Fritz Röttger. Erinnerungen an ein Lindener Original“
      • Wenn auf jemand der Begriff „Lindener Butjer“ zutraf, dann auf Fritz Röttger. Er wurde 1914 im Umfeld der legendären Fannystraße geboren und heiratete dann Anni, die Tochter des langjährigen Schützenkönigs der Fannystraße Schorse Imcke. Nach dem Tod von Schorse Imcke 1960 führten Anni und Fritz Röttger die Kinderschützenfeste bis zum Abriss der Fannystraße (heute „Toblerone“-Hochhäuser an der Limmerstraße) durch und waren auch federführend dabei, als das Freizeitheim Linden Jahre später die „Butjer-Feste“ wieder ins Leben rief. Fritz Röttger kannte sich in Linden aus – und erzählte dies auch gerne jung und alt. In einigen, z.T. bisher unveröffentlichten Filmaufnahmen, zeigen wir die historisch hochinteressanten und vor allem auch sehr unterhaltsamen Interviews, in denen Fritz augenzwinkernd beschreibt, wie Linden früher einmal war. Fritz Röttger ist 1987 verstorben, aber trotzdem kennen viele Lindener noch dieses liebenswürdige Original. Mit dem Film wollen wir an ihn erinnern.

        Filmzusammenschnitt von Ulf Kronshage und Jonny Peter
        Moderation: Egon Kuhn


    • » Mo 13.12.2010 18:00 Aktuell: Soziale Stadt oder Schickimickisierung? – Wem gehört die Stadt?
      • Nicht nur in Linden wird das Thema „soziale Aufwertung“ oder „Schickimickisierung“ (in der Fachöffentlichkeit: „Gentrification“) diskutiert. Wir wollen in einigen Veranstaltungen das Thema soziale Veränderungen im Stadtteil unter dem Aspekt der Aufwertung betrachten und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. So wollen wir auch Gäste aus anderen Städten einladen und uns von ihnen berichten lassen, was dort passiert und wie dort mit dem Thema umgegangen wird. Aber wir wollen uns auch Veränderungen der Sozialstruktur in Linden und den positiven oder negativen Auswirkungen widmen. Gibt es diese Tendenzen überhaupt so ausgeprägt? Wie sind diese festzustellen? Zu wessen Lasten gehen die Veränderungen? In welche Richtung entwickelt sich unser Stadtteil? Wollen wir das?
        Also viele Fragen, auf die wir Antworten suchen. Eingeladen sind mit Tina Fritsche und Georg E. Möller zwei Gäste der Initiative "Recht auf Stadt" aus Hamburg, die über ihr Projekt berichten wollen.

        Moderation: Jonny Peter


Veranstaltungen Anfang 2010


Mo., 11.1.2010: „Wir aus der Kochstraße“
Filmvorführung und Diskussion: Egon Kuhn

Mo. 1.2.2010: „Von der Bettfedernfabrik zum Kulturzentrum – Die Entstehung von FAUST“
Filmvorführung und Diskussion: Hans-Michael Krüger
Zusätzlich am Fr., 12.2. um 17 Uhr FAUST-Rundgang

Mo., 1.3.2010: „Franz Nause – ein sozialdemokratischer Widerstandskämpfer aus Limmer“
Bilder-Vortrag und Lesung: Jonny Peter, Holger Horstmann, Egon Kuhn
Rahmenprogramm zur Stolpersteinlegung am 22.3. um 15.45 Uhr Kesselstraße 19
26.3. um 16 Uhr Ausstellung und Broschüre im FZH Linden, ab 17 Uhr Rundgang durch Limmer

Mo., 12.4.2010: „Butjerfeste und Lindener Festkultur“
Vortrag: Egon Kuhn, Ruth Schwake, mit Kurzfilm

Mo., 3.5.2010: „Linden 1945
Film „Niedersachsen 1945“ und Zeitzeugenbericht: Horst Bohne, Moderation: Egon Kuhn

Mo., 7.6. 2010: Die Geschichte der Viktoriastraße
Bilder-Vortrag und Zeitzeugenberichte: Jonny Peter Zusätzlich am Sa., 12.6. um 16 Uhr: Rundgang durch die Viktoriastraße

Weitere Termine 2010:
6. 9., 4.10., 1.11. und 6.12.


Konzept
Monatlich werden Lindener Themen auf einer ca. zweistündigen Veranstaltung vorgestellt. Dabei geht es vor allem um moderierte Zeitzeugenberichte. Zur Untermalung werden Filme und Fotopräsentationen gezeigt. Je nach Thema wird dies um Lesungen oder Ausstellungen ergänzt. Dazu werden manchmal Rundgänge zu den jeweiligen Stätten angeboten. Themen sind sowohl Lindener Geschichte als auch aktuelle Probleme. Es sollen alle Lindener angesprochen werden: Jung und Alt, Eingesessene und zugezogene Lindener, egal welcher Nationalität.

Quartier-Logo Quartier e.V.
Küchengartenpavillon
Am Lindener Berge 44
30449 Hannover
Tel. 0511/70036642
verein@quartier-ev.de
www.quartier-ev.de

BildTyp4 Otto-Brenner-Akademie
Treffpunkt der Generationen
Hannover e.V
Egon Kuhn, Limmerstr. 83
30451 Hannover
Tel. 0511/2107125
Micki-egon@web.de
www.sakobrenner.de

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Zur Bettfedernfabrik 3
30451 Hannover
Tel. 0511/455001
faust@faustev.de
www.kulturzentrum-faust.de